Wir wollten den Verführer, den Dämon inszenieren. Der Bad Boy aus der Hölle, der den Sohn oder die Tochter der Familie in seinen Bann zieht. Selbstbewusst, etwas spöttisch und kalt auftretend, und direkt aus den Flammen der Hölle entstiegen, steht er vor der Tür und fordert selbstbewusst Einlass.
Für dieses Motiv haben wir bei einem ersten Kennenlern-Shooting das belgische Model Shawn Lambrechts vor die Kamera geholt. Shawn spielt Basket Ball und ist mit seinen 1,92 cm eine beeindruckende Erscheinung. Er hat Erfahrung als Model und absolvierte das Shooting mit viel Engagement.
Wir arbeiten weiter am Konzept eines Charity-Kalenders ähnlich wie den Kalendern der australischen Feuerwehr, in denen sich sportlich durchtrainierte junge Männer selbstbewusst präsentieren. Und ein Amtskalender aus dem Bundesamt für magische Wesen wird natürlich passend zurechtgestylte und in Szene gesetzte Vampire, Dämonen, Werwölfe und Elfen präsentieren.
Aufgefallen war uns Jinthe Martens, ein junges Male Model aus Belgien, auf seinem Insta-Account. Wir fragten Jinthe, ob er sich vielleicht vorstellen könnte, sich auf einem Bike vor der Kamera unserer Fotografin Barbara Frommann auszuprobieren und sich als attraktiver Werwolf inszenieren zu lassen. Er konnte und wir legten mit ihm fest, was unsere Maskenbildnerin aus ihm machen würde, wie sie ihn zurechtstylen würde und welches Setting infrage käme.
Von vornherein war klar, es geht um Male Beauty meets Fantasy, aber auf humorvolle Weise inszeniert und mit Klischees spielend.
Male Beauty: Werwolfjungs auf einer Suzuki sind cool – was sonst?
Werwolfjungs auf einem Bike sind cool – was sonst? (Foto: Barbara Frommannn)
Es sollte cool und gleichzeitig passiv-aggressiv wirken. Unsichtbar sollte diese Frage im Raum stehen: „Digga, hast Du ein Problem?“ Aber gleichzeitig sollte deutlich werden, dass hinter der Coolness auch etwas zu entdecken ist.
Der Werwolf, jedenfalls die in den Fantasyromanen und -serien neuerer Art wie Teenwolf auftauchende Variante, kommt nicht mehr als blutrünstiges Monster daher, sondern kraftvoll-maskulin, zupackend und sein Rudel, seine (gewählte) Familie und Freunde schützend.
Die Grundüberlegung ist, einen jungen Mann auf seinem Bike cool, selbstbewusst, sich seiner Attraktivität bewusst und dominant darzustellen. Er steht zu dem, was er ist. Er weiß, was er ist. Alles andere perlt an ihm ab und er weiß, dass es ihn nicht berührt. Wenn ihn jemand anmacht, zieht er maximal eine Augenbraue hoch oder verzieht einen Mundwinkel. Er legt es gleichmütig unter „Die Kröte furzt, die Karawane zieht weiter“ ab und zieht sein Ding durch. Er nimmt sich die Freiheit, die ihm zusteht – jenseits von überbordender Wokeness und zeternder Political Correctness. Er schwingt keine Lichterkette, er löst das Problem und übernimmt Verantwortung. Und er weiß auch, dass er sowohl auf andere Jungs wie auch auf Mädchen anziehend wirkt. Es stört ihn nicht. Der Teenwolf-Bikerboy ruft nicht nach Führung, er führt. Er ist der Alpha, den die Sonne fragt, ob sie aufgehen darf.
Werwolf auf Bike
Eine starke Rolle, in der sich jeder Teenager wiederfinden kann, weshalb das Werwolf-Motiv in der Fantasyliteratur sehr beliebt ist. Gleichzeitig steht er aber nicht für ein allzu sensibles Auftreten. Der Alpha eines Wolfsrudels schwingt nicht die Lichterkette und plärrt die Leute nicht mit Cumbaya my Lord zu. Seine Präsenz dominiert das Geschehen und lässt andere weichen. Er macht einfach, er redet nicht.
Und er begehrt auf, es steckt ein bisschen James Dean in ihm. Werwölfe sind schnell und wild, weshalb ein Motorrad zum Thema „Male Beauty meets Fantasy“ dazugehört.
Ein Praktikum als Jungsmodel für Dark Fashion im Victorian Style (Foto: Barbara Frommann)
Eine Mutter, die mit ihrer Familie Gast einer unserer Veranstaltungen mit dem NS-Zeitzeugen Ivar Buterfas-Frankenthal war, fragte einige Wochen später, ob ihr 15-jähriger Sohn Frederik Schrade bei uns ein Praktikum machen könnte. Es wurde zurückgerufen, der Junge war direkt am Telefon und bekam eine Zusage für die Teilnahme am nächsten Modelshooting und zwar als Jungsmodel.
Aber zuvor stand eine gemeinsame Besprechung bei uns im Büro an, denn ein Modelshooting mit einem Teenager sprechen wir natürlich mit den Erziehungsberechtigten ab.
Was für ein Motiv wird gewählt, in welcher Umgebung und zu welcher Uhrzeit findet das Modelshooting statt? Der Junge sollte sich wohl dabei fühlen, Spaß haben und etwas lernen. Er sollte – das ist der Sinn der Praktikumsreihe Parents@Work des Collegium Josephinum, wo er zur Schule geht – bei uns einen Einblick bekommen in die Berufsfelder Fotograf und Maskenbildnerin.
Zuerst stand ein Besuch bei Boudoir Noir an, ein Onlineshop für Gothic und Dark Fashion. Es hatte zunächst etwas Überredung gebraucht, denn Gothic Style ist nicht der übliche Stil, den er trägt. Aber auch darum geht es bei einem Praktikum. Etwas Ungewohntes ausprobieren, eine zunächst fremde Situation meistern und sich in eine neuen Rolle ausprobieren. Frederic hatte sich einige Hemden und Hosen ausgesucht, die aus ihm einen coolen jungen Vampir in einem düster-eleganten Victorian-Style machen würden.
Ergebnis: Wir haben jetzt ein Jungsmodel. Und Frederik Schrade kann sich vorstellen, weiterhin zu modeln. Als Ferien- oder Schülerjob, zum Beispiel für Urban Street Style, aber auch für weitere Fantasyshootings.
Model: Frederik Schrade, Bonn
Fotografin: Barbara Frommann, Bornheim
Visagistin: Emilia Keil, Bornheim
Textilien: Boudoir Noir, Ebersbach
Location: Alter Friedhof mit Georgskapelle, Bonn
Praktikum im Fotostudio: Entdecke die Welt hinter der Kamera – und davor!
Zwei junge Male Models, die für Fotoshootings im Bereich Fashion zur Verfügung stehen, zum Beispiel für Gothic- und Dark Fashion im Victorian Style.
Du bist 16 oder älter und interessierst dich für Fotografie, Styling oder willst einfach mal wissen, was bei einem professionellen Fotoshooting wirklich abgeht? Dann ist ein Praktikum im Fotostudio genau das Richtige für dich!
Bei Sprungbrett BAfmW bekommst du die Chance, gleich drei spannende Berufe hautnah kennenzulernen:
📸 Fotograf – der Blick fürs Besondere Lerne, wie man mit Licht, Perspektive und Technik beeindruckende Bilder macht. Du darfst bei echten Shootings mithelfen, die Kamera bedienen, das Set aufbauen und erfährst, wie aus einer Idee ein starkes Bild wird.
🎭 Maskenbildner – der Künstler im Hintergrund Hier geht’s um mehr als Make-up: Du siehst, wie mit Pinsel, Farbe und Kreativität Looks entstehen – von natürlich bis verrückt. Du kannst dabei zuschauen oder sogar kleine Handgriffe selbst ausprobieren.
💡 Model – Selbstbewusst vor der Kamera Du willst wissen, wie Models arbeiten? Bei uns bekommst du bei einem Praktkium einen Eindruck davon, wie man richtig posiert, mit der Kamera umgeht und selbstbewusst auftritt. Wer weiß – vielleicht hast du sogar Talent fürs Modeln?
Was du mitbringen solltest:
Neugier und Offenheit
Kreatives Interesse
Teamgeist
Keine Angst davor, auch mal selbst vor die Kamera zu treten
Was du bekommst:
Einblick in kreative Berufswelten
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Coole Eindrücke – und vielleicht sogar ein paar Bilder von dir!
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